Stephan Mähner, Malteser Hilfsdienst, Dienststelle Leipzig

Wenn Stephan Mähner von seiner Arbeit spricht, kommt er ins Schwärmen: von der Gemeinschaft und dem Zusammenhalt, von den christlichen Werten, die hinter allem stehen, von der Vielfalt der Tätigkeiten im Arbeitsalltag. „Bei den Maltesern“, sagt der 34-Jährige, „helfen wir Menschen, die das bitternötig haben. Und: Wir helfen an der Basis, das heißt wir wissen, dass unsere Hilfe auch ankommt.“ 2003 hat der gelernte Automatisierungs- und Computertechniker beim Malteser Hilfsdienst seinen Zivildienst gemacht – und ist dort hängengeblieben. Eine Stelle beim Hausnotruf in Leipzig weckte sein Interesse. Heute leitet er selbst den Bereich Hausnotruf und Menüservice und koordiniert nebenbei ehrenamtlich den Sanitätsdienst in der sächsischen Metropole.

Mähner stammt aus Zeitz, einer Kleinstadt ganz im Süden von Sachsen-Anhalt, aber eigentlich fühlt er sich längst als Leipziger. Eine junge, dynamische Stadt sei das, weltoffen und tolerant, auch wenn die Aufmärsche der Rechtsextremen derzeit ein anderes Bild zeichnen würden. „Aber Leipzig ist nicht mit Legida gleichzusetzen!“ Umso mehr freut sich Mähner, dass der 100. Deutsche Katholikentag ausgerechnet hier stattfindet. „Da kann sich Leipzig dann von einer anderen Seite zeigen.“ Ein schönes Fest erhofft sich der junge Familienvater, ruhig und friedlich. Vor allem aber hofft er, dass auch nicht-gläubige Leipziger verschiedene Veranstaltungen besuchen und die besondere Stimmung des Katholikentags auf sich wirken lassen. Viele hätten ja kaum Berührungspunkte mit der Kirche und hätten schon von daher falsche oder einseitige Vorstellungen.

Mähner selbst hat erst als junger Erwachsener zum Glauben gefunden. Am Anfang des Weges stand sein Interesse für Kirchengeschichte, am Ende die Aufnahme in die evangelische Kirche. Das aber, schmunzelt er, hätte eher praktische Gründe gehabt. „Eine katholische Kirche gab es bei uns im Ort nicht.“ 2014 war er in Regensburg erstmals auf einem Katholikentag. Eigentlich war das Zufall, weil fast zeitgleich in der Domstadt die Bundesversammlung der Malteser stattfand. „Aber wenn ich schon mal da war, wollte ich mir das nicht entgehen lassen.“ Schnell war er gefangen von der ruhigen, ausgeglichenen Feierstimmung der Teilnehmer, die sich selbst vom schlechten Wetter nicht die Laune verderben ließen. „Das kennt man von anderen Großveranstaltungen nicht.“

Vorfreude auf spannende Begegnungen

Auch für die Leipziger Malteser ist eine Veranstaltung in der Größenordnung des Katholikentags noch Neuland. Das habe, erklärt Mähner, nichts mit der Teilnehmerzahl zu tun. „Zu einem Rammstein-Konzert kommen auch schon mal 60.000 Fans. Aber die bleiben nur einen Abend und nicht fast eine ganze Woche.“ Die Malteser übernehmen beim Katholikentag Sanitäts- und Fahrdienste, außerdem die Betreuung der Helfer- und Besucherunterkünfte. Dabei bekommen die Leipziger Unterstützung aus ganz Deutschland. Geleitet wird der Einsatzstab von den Kölner Kollegen. „Die haben mit kirchlichen Großveranstaltungen die meiste Erfahrung“, weiß Mähner.

Er selbst vertritt im Leitungsstab die Dienststelle Leipzig. Gemeinsam mit den Kollegen wird er in den nächsten Wochen am Einsatzkonzept feilen. Er freut sich auf viele spannende Begegnungen. Alles wird reibungslos ablaufen, davon ist Mähner überzeugt. „Die Malteser sind eine richtig starke Organisation“, betont er – und muss selbst kurz schmunzeln. „Jetzt bin ich ja schon wieder am Schwärmen.“

Text und Bild sind lizenziert nach der Creative Commons Attribution CC BY-ND 4.0.

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