Dennis Maaßen, Musiker aus Alfeld an der Leine

Authentisch. Wenn Dennis Maaßen von sich und seiner Kunst spricht, dann fällt dieses Wort fast alle 30 Sekunden. Authentisch, das bedeutet für den jungen Musiker: „Ich möchte in meine Songs legen, was mich ausmacht.“ Und dazu gehört unbedingt sein Glaube.

Das allerdings war nicht immer so. Maaßen wurde zwar katholisch getauft, „doch meine Familie war eigentlich unreligiös“. Zu Weihnachten ging es in die Kirche. „Aber das war’s dann auch.“ Sein Aha-Erlebnis hatte der junge Mann erst gegen Ende seiner Schulzeit. Da lernte er Freunde kennen, die in einer evangelischen Freikirche aktiv waren. Sie nahmen ihn mit in einen Gottesdienst – und plötzlich öffnete sich Maaßen eine neue Welt. „Das war eine ganz neue, moderne Form, den Glauben zu feiern“, erinnerte er sich. Da spielten Bands, die moderne Lieder interpretierten, da war eine ansteckende Freude am Glauben zu spüren. Und Maaßen ließ sich anstecken. Immer öfter besuchte er jetzt solche Gottesdienste, er begann, die Bibel zu lesen. Der Glaube wurde ein wichtiger Teil von ihm. „Ich denke, damals, 2009, wurde ich erst richtig Christ.“ Dieses Wort wählt der heute 26-Jährige ganz bewusst. „Aus dem konfessionellen Denken bin ich raus“, erklärt er. „Ich glaube an Jesus, und das reicht mir.“

Weil aber dieser Glaube so stark war, sollte er auch einfließen in das, was Dennis Maaßen seit jeher am liebsten tat: Musik machen. Immer öfter handelten seine Lieder jetzt von Gott, von der Hoffnung und der Kraft, die der Glaube gibt. Seine Mitschüler reagierten überrascht bis entsetzt. Freundschaften gingen auseinander, Dennis fühlte sich gemobbt. „Anfangs hat mich das richtig fertiggemacht“, gesteht er. Doch von seinem Weg abbringen konnte ihn das nicht. Und das ist es wieder, das Zauberwort: „Das wäre“, sagt der junge Mann, „nicht authentisch gewesen“.

Die Liebe zur Musik hat Dennis Maaßen früh gepackt. Schon mit drei Jahren war er fasziniert von einer Blechtrommel, die er auf einer Kirmes bekommen hatte. Doch bald reichte ihm das kleine Instrument nicht mehr. „Ich wollte einfach überall draufkloppen“, schmunzelt der gebürtige Viersener. Um das Talent in geordnete Bahnen zu lenken, meldeten ihn seine Eltern mit sechs in der örtlichen Musikschule zum Schlagzeugunterricht an. Ein paar Jahre später war er schon Mitglied im Percussion-Ensemble der Musikschule, tourte quer durch Deutschland und ins benachbarte europäische Ausland.

Doch irgendwann reichte ihm das nicht mehr. Die Programme entwickelten sich immer mehr in Richtung klassische Avantgarde. „Da mussten wir dann mit Besen auf unsere Körper schlagen“, erinnert sich Maaßen, der heute im niedersächsischen Alfeld lebt. Er wollte etwas Neues machen, mehr Rock und Pop. Gesagt, getan: Mit 17 gründete er seine eigene Band und konnte nun auch sein Talent als Songwriter ausleben. Gesungen aber hat die Lieder immer ein anderer. „Ich war ja der Schlagzeuger.“ Nach zwei Jahren war ihm das „zu fad“. Maaßen brachte sich selbst das Gitarren- und Klavierspiel bei, begann, seine Lieder nun auch selbst zu singen. Weil in jene Zeit seine Hinwendung zum Glauben fiel, begann er durch Kirchen, Gemeindehäuser und christliche Cafés zu ziehen. Und er machte seine ersten beiden CDs.

Bei einem Katholikentag wird Dennis Maaßen zum ersten Mal auftreten. Er hat sich selbst fürs Kulturprogramm beworben, nachdem er tolle Erfahrungen auf zwei Evangelischen Kirchentagen gemacht hatte. „Ich konnte viele Kontakte knüpfen und eine neue Stadt kennenlernen“, erzählt er begeistert. Das erhofft er sich jetzt auch vom Katholikentag. Drei Konzerte wird er dort geben, gemeinsam mit einem befreundeten Schlagzeuger. „Wir werden sicher eine schöne Zeit haben.“

Doch zuvor erscheint noch Maaßens neues Album. „Von dir zu mir“ wird es heißen und, so nennt es der Musiker, „ganzheitlicher“ sein als die beiden Vorgänger. Sprich: Neben Gott und dem Glauben spielen auch andere Themen eine Rolle: Familie etwa, Heimat oder Liebe. „Ich bin Christ, aber ich bin auch ein Künstler, den viele Dinge interessieren“, begründet Maaßen die Entscheidung. Auch möchte er sich nicht allein auf seine Musikkarriere festlegen lassen.  Genauso gern schreibt er Gedichte und Kurzgeschichten. Für die Zukunft wünscht sich Maaßen vor allem eines: „Dass ich authentisch weiter Kunst machen darf.“ Ach ja, da war es wieder, das kleine Lieblingswort.

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