Jessica Hurtak, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Kindermissionswerk „Die Sternsinger“

Dass sie einmal für die Sternsinger arbeiten würde, hätte sich Jessica Hurtak als Jugendliche nicht träumen lassen. Natürlich kannte sie die süßen Jungs und Mädels, die rund um den 6. Januar um die Häuser ziehen, den Menschen den Segen bringen und im Gegenzug um eine kleine Spende bitten. Aber dass dahinter eine ganze Organisation, gar ein „päpstliches Missionswerk“ steht, davon wusste sie nichts. Vielleicht liegt es auch daran, dass Hurtak zwar ganz selbstverständlich mit Glaube und Kirche aufgewachsen ist – aber nicht mit der katholischen. Geht das überhaupt, als Protestantin für die Sternsinger zu arbeiten? „Das geht wunderbar“, sagt die 33-Jährige. Auch einige Kollegen seien evangelisch, da gebe es keine Probleme. „Wichtig hier ist das Engagement für die Eine Welt – und das eint uns ja alle.“

Zu den Sternsingern ist Jessica Hurtak eigentlich per Zufall gekommen. Nach Abschluss ihres Soziologiestudiums an der Uni Aachen hatte sie drei Monate lang in Südafrika für ein Sozialprojekt gearbeitet. „Danach war für mich klar, dass ich auch hier in Deutschland im sozialen Bereich arbeiten wollte.“ Sie bewarb sich bei verschiedenen Hilfswerken – „in Aachen gibt es da ja gleich mehrere“ – und bekam ein Praktikum bei den Sternsingern angeboten. Aus den zunächst avisierten drei Monaten wurden fünf. „Und dann bin ich kleben geblieben.“ Seit 2011 arbeitet Hurtak als Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hauptamtlich für die Sternsinger. „Und ich bin sehr froh darüber.“

Hurtak-in-Aktion

Hurtak gemeinsam mit Sternsingern beim Benefizländerspiel Deutschland gegen Uruguay 2011.

Wie begeistert Hurtak von ihrer Arbeit ist, merkt man auch an ihrem kaum zu bremsenden Redefluss. Sie erzählt, wie gern sie mit Kindern zusammenarbeitet, wie motivierend das Arbeitsklima ist und dass sie schon immer eine große Planerin war. „Ich war in meinem Freundeskreis bekannt als die, die immer alles organisiert“, schmunzelt die Dürenerin. Somit hat sie es wirklich optimal getroffen beim Kindermissionswerk, denn zu ihren Aufgaben zählt vor allem die Planung und Durchführung von Veranstaltungen. Jedes Jahr ist das etwa die bundesweite Aussendung der Sternsinger, und alle zwei Jahre der Katholikentag, an dem sich das Hilfswerk seit langem beteiligt. Jessica Hurtak plant die Anreise des Sternsinger-Teams, die Unterbringung und die Aktionen am Sternsingerstand. Sie hält Kontakt zu den anderen Hilfswerken, mit denen das Kindermissionswerk gemeinsam die „Eine-Welt-Bühne“ bespielt. Beim Katholikentag in Mannheim 2012 organisierten die Sternsinger sogar gemeinsam mit missio ein großes Konzert mit Cassandra Steen. „Leider hat es am Abend dann ziemlich geregnet. Sonst wären sicher noch mehr Leute gekommen“, erinnert sich Hurtak.

„Wir wollen ein schönes und junges Bild der katholischen Kirche zeigen.“

Dem Katholikentag in Leipzig sieht die junge Frau mit erwartungsvoller Spannung entgegen: „Die große Frage ist, ob wir die Leipziger überhaupt erreichen.“ Mit ihren Beiträgen wollen die Sternsinger ein „schönes und junges Bild der katholischen Kirche zeigen“, sie wollen Freude, Gemeinschaft und Solidarität erlebbar machen. Neben dem vielfältigen Musikprogramm auf der „Eine-Welt-Bühne“ verweist Hurtak vor allem auf die Mitmachaktion „Leben retten!“, die am Katholikentag einen letzten Höhepunkt erleben soll. Kinder und Jugendliche werden dabei eingeladen, eine Schiffsplanke zu gestalten. Gemeinsam bauen die Sternsinger aus diesen Holzplanken ein großes symbolisches Boot und präsentieren es Politikern und anderen Verantwortlichen zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni 2016. „Unsere Botschaft lautet: Wir wollen, dass keine Menschen auf der Flucht sterben!“, erklärt Hurtak.  Gleich steht die nächste Besprechung zum Katholikentag im Terminplan, an der die Referentin natürlich teilnehmen muss. „Die Wochen vor dem Großereignis sind sehr anstrengend. Aber am Ende sieht man die Früchte seiner Arbeit. Und das motiviert ungemein.“

Text und Bild sind lizenziert nach der Creative Commons Attribution CC BY-ND 4.0.

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