Lena Bröder, Lehrerin aus Nordwalde bei Münster – und Miss Germany 2016

Seit dem 22. Februar hat Deutschland eine neue Miss Germany: Die 26-jährige Lehrerin Lena Bröder setzte sich bei der Wahl gegen 23 Konkurrentin durch. Sie unterrichtet katholische Religion und Hauswirtschaft an einer Gesamtschule in Havixbeck bei Münster und ist die erste Pädagogin in der Geschichte des Schönheitswettbewerbs, die den Titel Miss Germany trägt. Für 100tage100menschen.de hat sie 29 Fragen beantwortet – in 10 Minuten.

Pfefferpotthast oder Salat?
Lena Bröder: Salat

Dalai Lama oder Papst Franziskus?
Lena Bröder: Papst Franziskus

High Heels oder Sneakers?
Lena Bröder: Sneakers

Katholikentag oder Rock am Ring?
Lena Bröder: Katholikentag

Modeln oder unterrichten?
Lena Bröder: Unterrichten

War das ein schöner Moment, als da im Freizeitpark Rust Ihr Name fiel?
Lena Bröder: Ja, es war ein unglaublicher Moment und es wird immer direkt etwas Einmaliges und ganz Besonderes bleiben.

Echt wahr dieses Klischee aus amerikanischen Filmen, dass bei jeder Misswahl mindestens eine Kandidaten sich den Weltfrieden wünscht?
Lena Bröder: Das ist und bleibt ein Klischee. Und es ist falsch, dass das behauptet wird. Das sind alles realistische junge Frauen.

War „Germany’s Next Topmodel“ auch mal eine Option für Sie?
Lena Bröder: Nein, es ist für mich keine Option, da ich zu klein bin und da das Gefühl vermittelt wird, dass ein perfekter Mensch gesucht wird. Und der bin ich nicht. Ich möchte mich nicht verstellen, nur um der Jury zu gefallen.

Ist Heidi Klum die Größte?
Lena Bröder: Nein, sicherlich nicht.

Richtig, dass so eine Misswahl auch ein bisschen langweilig ist?
Lena Bröder: Nein, für mich ist da nie Langeweile aufgekommen, wir hatten viel Spaß und es war aufregend.

Welche drei Menschen empfinden Sie als schön?
Lena Bröder: Ich nenne nur einen Menschen und das ist meine Mama.

Schon eine Ahnung, was Sie mit den Preisen machen wollen, die Sie zu Ihrem Sieg bekommen haben?
Lena Bröder: Ich bekomme ja den Jaguar für ein Jahr gesponsert, den ich als Dienstwagen fahre. Ansonsten sind es alles Sponsorengeschenke, die werde ich in Ehren halten. Es geht ja nicht um Geldpreise.

Mit welchen Fähigkeiten überzeugt man eigentlich eine Misswahlen-Jury?
Lena Bröder: Persönlichkeit, Selbstbewusstsein, und man muss ein bisschen Charme verbreiten. Man muss zu sich selbst und seinen Schwächen stehen.

Und welche helfen in einer Schulklasse weiter?
Lena Bröder: Authentisch sein, sich wie bei einer Misswahl nicht verstellen. Die Schüler würden das sofort merken.

Was ist eigentlich härter: dieses Jahre lange Teilnehmen an Misswahlen oder zum ersten Mal vor einer Schulklasse zu stehen?
Lena Bröder: Sechs Jahre Kampf waren härter. Wenn ich vor einer Klasse stehe, entscheide ich selbst, wie schwer oder wie leicht ich es mir mache.

miss_germanyBitte mal in zwei Sätzen beschreiben, warum katholische Religion nicht das Quasselfach ist, für das viele es halten?
Lena Bröder: Das mit dem Quasselfach ist ein großes Klischee. Für mich ist es kein Quasselfach, weil es Themen beinhaltet, die einen großen Bezug zur Lebenswelt der Schüler haben. Dadurch sind die Themen immer aktuell und auf die Lebensphasen der Kinder und Jugendlichen bezogen und somit wichtig.

Mal ehrlich: Schon mal gut geblufft als ein Schüler Sie etwas fragte, worauf Sie keine Antwort wussten?
Lena Bröder: Das muss man ja gekonnt umspielen. Das darf man nie zugeben, sonst bietet man eine Angriffsfläche.

Was ist da eigentlich wirklich los im Lehrerzimmer?
Lena Bröder: Wir haben kein Lehrerzimmer, wir haben Teamzimmer, weil wir sehr viele Lehrer sind. Bei uns ist eine schöne Atmosphäre, wir sind ein junges Team und haben viel Spaß.

Wie lautet Ihre Frage an Mutter Teresa?
Lena Bröder: Ich würde ihr gar keine Frage stellen, sondern würde mich gern über ihr Leben unterhalten.

Wie sieht das eigentlich aus, das Leben nach dem Tod?
Lena Bröder: Für mich siehst es aus wie eine Welt, die von Frieden geprägt ist und in der man die Menschen wiedertrifft, die nicht mehr da sind.

Ganz schnell: Was steht eigentlich bei Matthäus Kapitel 3, Vers 13?
Lena Bröder: Die Taufe von Jesus.

Schon jemals ganz durch gelesen dieses große Buch?
Lena Bröder: Ganz ehrlich: nein.

In einem Satz: Was gibt der Glaube Ihnen?
Lena Bröder: Mir gibt er viel Kraft und Hoffnung.

Schon jemals Zweifel gehabt daran, dass es Gott gibt?
Lena Bröder: Nein. Ich bin mit dem Glauben groß geworden.

Was ist ihr Lieblingsort in Ihrer Heimat?
Lena Bröder: Mein Lieblingsort ist in Altenberge nahe Havixbeck der Reitstall, wo mein Pony steht.

Und wo ist der Kaffee richtig gut?
Lena Bröder: Im Teamzimmer.

Ihr Vorbild?
Lena Bröder: Meine Mama.

Was ist eigentlich die größte Herausforderung, vor der wir gerade stehen?
Lena Bröder: Ganz klar, wenn ich aus meiner Perspektive als Lehrerin gucke, ist es die Flüchtlingsfrage, und das ist wirklich eine große Herausforderung. Vor allem mit Hinblick auf die Flüchtlingskinder, wir sehen das ja täglich in der Schule, dass wir darauf nicht richtig vorbereitet waren.

Wann haben Sie zum letzten Mal richtig Bauchschmerzen gehabt vor Lachen?
Lena Bröder: Gute Frage. Im Miss-Germany-Camp, wir hatten einen Friseur dabei, der einen tollen sarkastischen Humor hatte und mit ihm haben wir sehr viel gelacht.

Am 27. Mai nimmt Lena Bröder an der Eröffnungsgala „Seht, da ist der Mensch“ des 100. Deutschen Katholikentags in Leipzig teil.

Text und Bilder sind lizenziert nach der Creative Commons Attribution CC BY-ND 4.0.

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